Focusing

In den frühen sechziger Jahren entwickelte Professor Eugene T. Gendlin das Focusing. Die Frage, wieso Psychotherapie manchen Menschen hilft und anderen nicht, beschäftigte ihn. An der Universität von Chicago studierte er, zusammen mit seinen Kollegen, mehrere hundert Tonbänder von Therapiesitzungen. Dabei entdeckten Sie, dass bei Klienten, die ihre Probleme genau erzählen, analysieren und darüber grübeln konnten, die Therapie erfolglos war. Wirkungsvoll war sie hingegen bei denjenigen, die sich während dem Sprechen verlangsamten und versuchten zu beschreiben, was sie gerade im Moment spürten und an welcher Stelle im Körper. Gendlin fand eine Möglichkeit diese Kunst der Genesung anzuwenden, er nannte sie „Focusing“ und sie basiert auf der Gesprächstherapie von C. Rogers.

Allzu oft übergehen wir im Alltag die Körperreaktionen oder wir stecken sie einfach weg, weil wir dies von klein auf so gelernt haben. Durch gespeicherte Erfahrungen, Verletzungen und Traumata, verlieren wir die angeborene Fähigkeit, genau zu wissen wie wir uns fühlen. Unterdrücken oder ignorieren wir unsere Emotionen, beherrschen sie uns. Seine Gefühle nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern beobachten und bewusst im innersten erleben, dies müssen wir erst wieder lernen. Ein offenes Herz ist das Tor zur positiven Veränderung im Leben und stärkt das Vertrauen in unseren Körper.

Ein Schmerz, der vom Herzen abgelehnt wird, verwandelt sich in Leid
Ein Schmerz der vom Herzen angenommen wird, verwandelt sich in Freude.
Safi Nidiaye „Die Stimme des Herzens“